Ist das Großraumbüro leistungsfeindlich? von Marco Gloor

Wer kann sich da noch konzentrieren?

Das Auslaufmodell «Grossraumbüro»?

Immer lauter werden die Misstöne um in Großraumbüros zu arbeiten. Die Arbeitnehmer sind in ihrer Produktivität gehemmt, z. B. Telefonate, Kollegen oder ein zu hoher Lärmpegel. Ist das Modell Großraumbüro in Wahrheit leistungsfeindlich und nicht mehr up to date?

So pauschal lässt sich das nicht sagen, es kommt auf die Arbeitssituation an. Vorteilhaft kann das Großraumbüro dann sein, wenn die Mitarbeiter beispielsweise am gleichen Projekt arbeiten oder einen ähnlichen Aufgabenbereich haben und dadurch ein intensiver Austausch untereinander erforderlich ist. In diesen Fällen bietet das Großraumbüro den Vorteil der kürzeren Kommunikationswege und erleichtert die (projektspezifische) Kooperation und Kommunikation untereinander. Aber das war’s dann auch schon mit den Vorteilen.

Großraumbüros werden von Unternehmen auch aus Kostengründen bevorzugt – im Vergleich zu anderen  Büroarten (Einzelbüros, Kleinbüros, etc.), sind sie in der Errichtung günstiger. Durch den Entfall von Raumteilern werden Kosten gespart. Aus der Perspektive der Mitarbeiter überwiegen im Großraumbüro ganz klar die Nachteile. Denn durch den relativ hohen Geräuschpegel und die vielen Ablenkungen (bedingt durch zahlreiche Mitarbeiter im Raum) fällt vielen konzentriertes Arbeiten schwer. Die daraus resultierende Reizüberflutung führt zu Stress, oft auch unbewusst. Und Stress über einen längeren Zeitraum hat in der Regel negative Auswirkungen auf die Gesundheit, Psyche und Motivation der Belegschaft.

Ebenso birgt das Großraumbüro durch die belastenden Umstände ein höheres Konfliktpotential unter den Mitarbeitern, was letztlich auch wesentlichen Einfluss auf das Arbeitsklima haben kann. Deshalb kann das Modell Großraumbüro durchaus als leistungsfeindlich und als Auslaufmodell angesehen werden.

Für Marco Gloor (welcher auch in einem Grossraumbüro vor Jahren mal gearbeitet hatte) ist klar, die Kostenersparnis in der Errichtung ist oft auch nur vermeintlich eine Ersparnis, wenn man die möglichen negativen Auswirkungen (wie oben beschrieben) in die Kalkulation einbezieht, was allerdings quantitativ vorab nicht möglich ist.
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